
Herstellung
Zur Glasherstellung werden die fein zerkleinerten und gut vermischten
Rohstoffe (reiner Quarzsand, Soda oder Glaubersalz, Pottasche, Kalkstein,
Marmor oder Kreide) in Schmelzwannen oder Glashäfen (Glasschmelzöfen)
geschmolzen, wobei die Schmelze durch Zusätze (Arsentrioxid [As2O3],
Salpeter u. a.) geläutert und entfärbt wird.
Die Glasschmelze wird durch Blasen mit dem Mund, Pressen, Ziehen und
Schleudern von Hand oder maschinell verarbeitet (Glasmacherei).
Glassorten
Fensterglas besteht aus Siliciumdioxid, Natrium- und Calciumoxid. Kron-,
Kristall- (Blei-) und Spiegelglas enthalten Kalium anstelle von Natrium
und sind schwerer schmelzbar. Bleikristall- und Flintglas enthalten Bleioxid
anstelle von Calciumoxid und wirken stark lichtbrechend. Bei teilweisem
Ersatz des Alkalioxids durch Bor- und Aluminiumoxid erhält man chemisch
und thermisch widerstandsfähige Gläser (Jenaer Glas), die sich
auch für Kochzwecke im Haushalt eignen. Gefärbte Gläser
werden durch Zusatz von Metalloxiden, getrübte Gläser durch Zusatz
von Calciumphosphat, Kryolith und Flußspat gewonnen. Quarzglas entsteht
durch Schmelzen von reinem Quarz. Sicherheitsglas.
Geschichtliches
Die Kunst der Glasherstellung war schon den alten Ägyptern um
1500 v. Chr. bekannt. Sie ging dann an die Phönizier über und
gelangte darauf nach Europa. Im 13. Jahrhundert n. Chr. stand sie in Venedig
in hoher Blüte, wurde aber wegen der Feuersgefahr nach der nahen Insel
Murano verlegt. Glas wurde lange Zeit ausschließlich zu Schmuckzwecken
und für Gefäße verwendet. Erst gegen Ende des Mittelalters
ging man zur Verglasung der Fenster von Wohnhäusern über. Der
Schwerpunkt der deutschen Glasindustrie lag früher in Thüringen,
Schlesien und Sachsen, doch haben sich nach dem 2. Weltkrieg namhafte Betriebe
auch in Westdeutschland angesiedelt.
Glasschmelzöfen
Öfen zur Glasherstellung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden
die Hafenöfen eingeführt, die heute fast nur noch beim Herstellen
von Sondergläsern (optischem und Gußglas) verwendet werden.
Das Gemenge wird hierbei nach einem gründlichen Mischvorgang in Häfen
von 6001200 kg Inhalt gefüllt. 220 dieser Häfen werden in einen
beheizten Ofenraum gestellt. Das häufige Auswechseln der Häfen,
die damit verbundenen Arbeitsunterbrechungen, die geringe Schmelzleistung
und der hohe Preis der Häfen führte zum Bau von Wannenöfen,
die ein kontinuierliches Arbeiten erlauben. Die Länge großer
Wannenöfen beträgt bis zu 30 m, die Breite 58 m und die Tiefe
der Schmelzwanne 1,21,5 m (Inhalt bis zu 700 t). Das Gemenge wird kontinuierlich
zugeführt. Beheizt wird ein Wannenofen durch seitlich angebrachte
Brenner. Die Glasschmelze wird auf 13001600°C erhitzt; eine Glasschmelzung
dauert 1230 Stunden. Glashafenöfen wie Wannenöfen werden aus
hochfeuerfesten und chemisch resistenten Spezialsteinen (Silicat- und Zirkonsilicatsteinen)
hergestellt.
Ulrich Buschmeier, persönlich haftender geschäftsführender
Gesellschafter, zählte vor der Presse als Pluspunkte der neuen Einweg-HCP-
(Heye Composite Packaging-)Flasche neben dem niedrigen Gewicht sie wiegt
nur noch 295g, anstatt bisher 400g erhöhte Festigkeit, Schutz der
Glasoberfläche, volle Recyclingfähigkeit und farbliche Dekor-Möglichkeiten
auf.
Wir wollen nicht den PET-Leuten den Markt überlassen, sagte
Buschmeier. Laut Hans-Dieter Hillen, ebenfalls persönlich haftender
geschäftsführender Gesellschafter des im niedersächsischen
Obernkirchen domizilierenden Familienunternehmens, habe man bereits Tests
in Zusammenarbeit mit der Ernst Heemann Mineralbrunnen Beiseförth
abgeschlossen, so daß mit dem Bau einer Großanlage in Obernkirchen
für 400 bis 450 Flaschen/min begonnen werden könne. In den letzten
Jahren hat sich die Heye-Glas-Gruppe zum weltweit operierenden Anbieter
von Behälterglas für alle Füllungsbereiche mit gutem Erfolg
hochgearbeitet.
In Deutschland wird noch in Germersheim produziert;
Beteiligungen an Glasfabriken bestehen in Portugal und in Polen,
ferner internationale Beteiligungen im Maschinen- und Formenbau.
Der Gruppenumsatz ging 1995 gegenüber Vorjahr leicht auf 490
Mio DM (2226 Mitarbeiter) zurück. Investiert wurden seit 1993 bis
einschließlich 1996 120 Mio DM, wobei die Schmelzwanne mit den dazugehörigen
Maschinen mit jeweils 20 Stationen zur Zeit die weltweit größte
Anlage dieser Art der größte Brocken war.
Bayerischer Glasproduzent präsentierte eine neue Polymerbeschichtung
Eine neue Technologie soll dünnwandiges Glas 40 Prozent bruchsicherer
machen.
Die Firma Wiegand-Glas in Bayern stellte das Glas-Polymer-Verfahren
jetzt der Öffentlichkeit vor. Damit behandelte Flaschen können
mit rund einem Drittel weniger Material als herkömmliche gefertigt
werden und sind gut zu recyceln. Das Verfahren wurde zusammen mit Glasproduzenten
aus den USA, Japan und Australien entwickelt. Alexander Treuner,
Betreuer der bislang einzigen Beschichtungsanlage, beschreibt das
Prinzip: "Die Flaschen werden in ein Polymerbad eingetaucht. Danach härtet
der Lack auf der Außenseite der Flaschen unter ultraviolettem Licht
aus."
Das Lebensmittel - in diesem Fall Bier - kommt nur mit dem Glas
in Kontakt. "So behandelte Flaschen sind problemlos wiederzuverwerten,"
betont Geschäftsleiter Oliver Wiegand, "denn die Schicht ist nur 0,005
Millimeter stark." Beim Einschmelzen des Bruchglases verdampft das Polymer,
die entstehenden Gase werden über eine Rauchgasreinigungsanlage abgesaugt.
Unabhängige Wissenschaftler wie Peter Strohriegel, Experte für
Polymere an der Uni Bayreuth, bestätigten die Angaben. Treuner nennt
weitere Vorteile der Flaschen: "Das geringere Gewicht führt zu weniger
Gebühren im Dualen System, der Verbraucher muß nicht so schwer
tragen, und den Abfüllern wird die Logistik erleichtert." Die Kosten
für die Beschichtung werden durch den geringen Material- und Energieverbrauch
ausgeglichen. Der erste Auftrag von einer großen Brauerei liegt bereits
vor. Doch bei Wiegand denkt man bereits an weitere Verbesserungen. Treuner:
"Das Polymer soll in Zukunft eingefärbt werden. Außerdem wird
eine Mehrwegbeschichtung entwickelt." Auch normalgewichtige Flaschen sollen
beschichtet werden, um dem Verbraucher mehr Sicherheit bei Glasverpackungen
zu bieten.
[Quelle: [Heiner Gremer, Alexander Treuner, Oliver Wiegand, Peter Strohriegel]]